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Löhne in Tschechien
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Selbst in Corona-Zeiten ist in Tschechien der Glaube an das Bier nicht verschwunden. Die Kleinbrauerei in Znojmo startete einen Versuchsballon und bot den Stadtbewohnern Anteile an der einzigen lokalen Brauerei an. Das Ergebnis war sensationell.
Die Liste der wichtigsten und einflussreichsten Unternehmen in Tschechien
Brauerei Znojmo: Aktien für "Menschen von der Straße". Sie waren in einer Woche weg 
17.12.2020
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Bild: Stadtbrauerei Znojmo
Die Mini-Brauerei, die zur Gourmet Invest-Gruppe von Martin Pacovský gehört, legte zunächst experimentell 100 Aktien mit einer Nominale von 10.000 Kronen auf. Sie wurden binnen eines Tages verkauft. Woraufhin weitere 400 Stück angeboten wurden. Diese konnten innerhalb einer Woche abgesetzt werden. Die Brauerei konnte somit 5 Millionen Kronen (191.000 Euro) lukriieren. Die Summe soll in die Eröffnung eines neues Restaurant fließen.

Martin Pacovský, ein ehemaliger Top-Manager des Energieunternehmens ČEZ, der vor zwei Jahren den Sprung vom Stromriesen zum Bier gewagt hat, war von der Entwicklung selbst überrascht. "Jeder ist nervös und die Gastro ist derzeit tot. Es ist eine große Überraschung für mich, dass die Menschen aus der Umgebung auch in einer so herausfordernden Zeit so investitionsfreudig sind" sagte er. Es war ziemlich einfach für Pacovský, Geld für weitere Investitionen zu sammeln, auf dem die Banken derzeit ängstlich sitzen. Die Gastronomie ist nicht gerade ihr Favorit.

In ähnlicher Weise sicherte sich die Prager Mikrobrauerei Hostivar die Finanzierung, wobei die Aktien aber einen engen Personenkreis vorbehalten blieben. Auf internationaler Ebene hat auch die bekannte schottische Brauerei BrewDog ihr Geschäft in ähnlicher Weise aufgebaut.

Die von der Stadtbrauerei Znojmo ausgegebenen Aktien sind Investitionspapiere. Inhaber erhalten 10 Prozent des Gewinns an Dividenden und genießen Vorteile in Form von Vergünstigungen, wie 10 Prozent VIP-Rabatt auf die Produkte der Brauerei, die sie kaufen oder konsumieren. Das Unternehmen verfügt über drei Restaurants in Znojmo. Flaschenbiere, die aufgrund von Covid, als Reaktion auf den wachsenden Konsum zu Hause, vermehrt abgefüllt werden, sind seit Juni in den Albert-Supermärkten in der südmährischen Region erhältlich. Die Dividende wird aus dem Gewinn berechnet. "Es ist eine sichere Investition. Wenn es keinen Gewinn gibt, können die Aktionäre aufgrund der Rabatte ihr Geld wieder zurückbekommen indem sie mehr Bier trinken", sagte der Manager schmunzelnd.

Dies ist jedoch möglicherweise nicht erforderlich. Ihm zufolge gedeiht die Brauerei in diesem Jahr immer noch gut, im Vergleich zu anderen. Im Sommer gelang es ihm, dank eines großen Zustroms von Touristen in Znojmo, den Verlust aus dem Frühjahr auszugleichen, und der tatsächliche Rückgang für das ganze Jahr wurde erst durch die zweite Lockdown-Welle schlagend. Die Produktion ist dadurch in diesem Jahr um rund 30 Prozent gesunken.

Die Brauerei Znojmo hat insgesamt 10 Prozent des Wertes der Brauerei (50 Mio. Kronen/1,1 Mio. Euro) an Aktien aufgelegt.  Die Aktionäre können künftig an der Hauptversammlung teilnehmen, wo sie Informationen aus erster Hand erhalten. Da es sich jedoch um Investmentaktien handelt, haben sie aber kein Stimmrecht. "Wir werden die Brauerei weiterhin leiten, es gibt kein kooperatives Eigentum", erklärte Pacovský.

Zur Gourmet-Invest-Gruppe gehört auch die Brauerei Jarošovský mit einer Jahresproduktion von rund 6,5 Tausend Hektolitern. Überraschenderweise gab es dank der großen Loyalität der "Stammtrinker", fast keinen Rückgang. Zum Portfolio gehört auch der Hersteller von Premium-Frischsäften, Senzu Drinks. Derzeit hat die Unternehmensführung jedoch beschlossen, die Aktivitäten von Senzu einzuschränken, und sich auf den Aufbau eines Portfolios regionaler Minibrauereien zu konzentrieren.

Bier für ein paar Kronen ist nicht der richtige Weg
Neben der Planung einer Erweiterung der Abfüllkapazität in Jarošov und Znojmo (mit einem Ausstoß von rund 4.000 Hektolitern pro Jahr) sollen weitere Brauereien eingekauft werden. Idealerweise möchte Pacovský um die fünf von ihnen in seiner Gruppe haben. "Es wird definitiv gute Möglichkeiten für einige Akquisitionen geben. Wir werden uns nächstes Jahr umschauen", erklärte Pacovský. Derzeit baut er in Brünn eine neue Brauerei namens Harry.

Mini-Brauereien in kleineren Städten mit einer Kapazität von etwa 7.000 hl würden nach seinen Vorstellungen gut in sein Portfolio passen. Er sieht den Kauf von Brauereien allerdings nicht als einen Weg, um mit größeren Betrieben zu konkurrieren. "Wir wollen nicht über Ketten landesweit verkaufen. Wir wollen Bier vor Ort verkaufen. Um mit den großen Marken zu konkurrieren und in den nationalen Vertieb zu kommen, müssten wir in den Supermärkten unser Bier für 8 Kronen (31 Cent) verkaufen. Das wollen wir nicht", sagte er.

Vor zwei Jahren hat Martin Pacovský seine vielversprechende Karriere bei der teilstaatlichen Stromgesellschaft ČEZ aufgegeben, bei der er in Rumänien und der Türkei in führenden Positionen tätig war. In der letzten Zeit seiner Tätigkeit bei der ČEZ war er für erneuerbare Energien verantwortlich. Der Direktor der Jarošov-Brauerei, Miroslav Harašta, machte ihm das Biergeschäft schmackhaft, und leitete damit die Jobrotation ein. 
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