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Deutsch- sprachiges in Tschechien: Informationen und Programme zu Autorenlesungen, Vorträgen, Vorlesungen und literarischen Veranstaltungen
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Bettina Morcinek et alt.: "Deutschlernen 'von unten': Böhmakeln und Kuchldeutsch Österreich, um 1850: Auf der Suche nach Arbeit kommen immer mehr tschechische Zuwanderer nach Wien und in die deutschsprachigen Gebiete Böhmens, um sich dort als Dienstboten oder Handwerker zu verdingen. Sie lernen im Kontakt mit ihrer Umgebung ein Deutsch, mit dem sie sich im Alltag verständigen können. Dieses Böhmakeln oder Kuchldeutsch (d.h. von böhmischen Köchinnen in der Küche gesprochenes Deutsch) ist eine stark vom Tschechischen beeinflusste Mischsprache. Bis 1918 ist Böhmakeln in Österreich und Böhmen allgegenwärtig. Danach verschwindet es allmählich, weil viele Tschechen in die neu gegründete Tschechoslovakei abwandern und die verbleibenden Landsleute sich assimilieren.
Diese Monografie präsentiert die Spuren des Böhmakelns, dieser besonderen Ausprägung des deutsch-tschechischen Sprachkontakts, die in Deutschland vor allem durch die Übersetzung des Braven Soldaten Schwejk bekannt wurde. Authentische Quellen des Böhmakelns gibt es nicht, doch der Böhme und sein gebrochenes Deutsch wurden häufig in literarischen und journalistischen Texten sowie auf Theater- und Kleinkunstbühnen thematisiert. Das Buch beschreibt die historischen und soziologischen Hintergründe von Böhmakeln und Kuchldeutsch, befasst sich mit den deutschen Varietäten, die Tschechen gelernt haben, gibt einen Überblick über verschiedene deutsch-tschechische Sprachmischungen, sichtet und kommentiert die Quellen des Böhmakelns und skizziert seine linguistischen Charakteristika. Bettina Morcinek et alt.: "Deutschlernen 'von unten'. Böhmakeln und Kuchldeutsch". Wiesbaden (Harrassowitz) 2017 - ISBN-10: 3447106174, ISBN-13: 978-3447106177
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Marketa Pilatova: "Tsunami Blues" Ein Buch über das Ende der Jugend und den Verlust von Illusionen, über tschechische Spuren auf Kuba, aber auch über eine Reise, die zu einem neuen Leben führt. Die junge Trompeterin Karla Klimentova aus der südmährischen Barockstadt Kromeriz wird vom verheerenden Tsunami zu Weihnachten 2004 nicht nur ihrer Eltern beraubt, sondern auch ihrer Fähigkeit zu musizieren und zu komponieren. Doch etwas ist ihr erhalten geblieben: Der kubanische Jazzmusiker Lazaro Milo, der auf verschlungenen Pfaden 1968 in die mährische Provinz geraten war und seitdem hier mit seiner Frau Jitka lebt, hat ihr neben dem Blues auch seine Muttersprache beigebracht. Dank ihres kubanischen Akzents gerät die verstörte Karla, als sie ihr Spanisch-Studium
an der Universität in Olmütz aufnimmt, in die Obhut der charismatischen Professorin Jenufa Topinkova. Diese Grande Dame der Hispanistik trägt ihr eigenes kubanisches Geheimnis mit sich herum. Der Autorin gelingt es, mit ihrer präzisen lyrischen Sprache einen Roman wie eine große Welle zu schaffen, die sich über alles ergießt und einiges unwiderruflich verändert. Die abenteuerliche Handlung verweist indirekt auf Graham Greene - der ganze Roman ist als eine Verbeugung vor dem literarischen Giganten zu verstehen. "Tsunami Blues" erschien 2014 im Original, im Januar 2017 ist die deutschsprachige Übersetzung erhältlich. Marketa Pilatova: "Tsunami Blues". Wien (Braumüller) 2017. ISBN: 978-3-99200-175-0
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Vera Noskova: "Wir nehmen es, wie's kommt" Vera Noskovas 2005 entstandener Roman "Wir nehmen es, wie's kommt (Bereme, co je)" liegt nun in deutscher Übersetzung vor. Pavla, die Heldin des Generationsromanes ”Wir nehmen es, wie's kommt", wurde nach dem zweiten Weltkrieg geboren. Ihre Grosseltern, Arbeiter einer Ziegelbrennerei im Wiener Vorort, haben den Aufruf des Präsidenten Benes an die auswärtigen Tschechen angenommen, und sind in ihre ursprüngliche Heimat zurückgekehrt.
Den Alltag der fünfziger und sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts stellt Vera Noskova in "Wir nehmen es, wie's kommt" aus der Sicht eines jungen Mädchens dar, das aus den engen Verhältnissen einer tschechischen Kleinstadt ausbrechen möchte. Der teilweise autobiographische Roman erzählt vom Erwachsenwerden Pavlas, die das herrschende totalitäre Regime mit all seinen moralischen Dilemmata sehr aufmerksam und schmerzhaft erlebt. Anhand kleiner Episoden nimmt Noskova den Leser mit in Pavlas Welt, die geprägt ist von Sehnsüchten und Hassgefühlen, eine Welt, in der Mutter und Tochter keine gemeinsame Sprache finden, der nicht anwesende Vater zu einem Ideal stilisiert wird und die Großstadt Prag zu einem Sehnsuchtsort fern ab der kleinstädtischen Probleme wird. Die 1947 geborene Vera Noskova wuchs im südböhmischen Stralonice auf. Erst nach 1989 startete sie ihre eigentliche schriftstellerische Laufbahn - erst als Journalistin, dann ab 2003 auch als Romanautorin. Die 2005 erschienene Erzählung "Wir nehmen es, wie's kommt" gibt Zeugnis über das Leben unter der kommunistischen Diktatur der 1960er- Jahre in einer kleinen böhmischen Provinzstadt. Vera Noskova: "Wir nehmen es, wie's kommt". Prag (Klika) 2016. - ISBN: 8087373723
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Bernhard Setzwein: "Der böhmische Samurai" Zwischen altem Glanz und neuer Welt, zwischen deutsch- böhmischem Adel und Paneuropa-Union: die bewegte Geschichte einer außergewöhnlichen Familie. Im Frühjahr 1896 rollt eine Kutsche auf Schloss Ronsperg im Böhmerwald zu: Heinrich Graf Coudenhove-Kalergi kehrt nach Jahren im diplomatischen Dienst des Kaisers in seine Heimat zurück. Begleitet wird er von seiner japanischen Ehefrau Mitsuko, deren exotische Erscheinung allerorts für Aufsehen sorgt, und seinen Söhnen Richard und Johannes.
Viele Jahre später wartet der ältere der beiden, Johannes, in einer Baracke eines tschechischen Internierungslagers auf seine Abschiebung nach Bayern. Durch die "Benes- Dekrete" haben die Coudenhove-Kalergi alles verloren, was sie einst besaßen - nur nicht ihre große Geschichte. Und so erzählt "Graf Hansi" seinen Leidensgenossen von den Schicksalen seiner Familie... Im Schicksal der Familie Coudenhove-Kalergi begegnen einander kosmoplitisches Denken und provinzieller Nationalismus, fernöstliche und mitteleuropäische Kultur, trifft die glamouröse Ära der Jahrhundertwende-Aristokratie auf die neuen Zeiten von Technik und Fortschritt. Mit hinreißender Fabulierlust und leichter Hand erzählt Bernhard Setzwein die Geschichte dieser ungewöhnlichen Familie an der Schwelle vom alten zum neuen Europa - kenntnisreich, lebendig und höchst unterhaltsam. Bernhard Setzwein: "Der böhmische Samurai". Innsbruck (Haymon) 2017 ISBN 978-3-7099-7286-1
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Thomas Estler: "Loks in Tschechien und der Slowakei seit 1946" Zunehmend interessieren sich die deutschsprachigen Eisenbahnfreunde auch für die staatlichen Bahnen der europäischen Nachbarländer. Von Interesse sind vor allem Lokomotiven und Triebwagen. Die Staatsbahnen Tschechiens (Ceske drahy; CD) und der Slowakei (Zeleznice Slovenskej republiky; SR) sind wegen ihrer eindrucksvollen Museumsdampfloks besonders populär. Da beide Bahnen in der ehemaligen Tschechoslowakei zusammengehörten, stellt Thomas Estler sie in diesem Buch gemeinsam vor. Dabei betrachtet er sowohl Dampf- als auch Elektro- und Dieseloks, Elektrotriebwagen sowie Dieseltriebwagen in gewohnter Tiefe und Kompetenz.
Schon seit den frühesten Kindheitstagen ist Thomas Estler mit dem Eisenbahnbazillus infiziert, und dieser Bazillus ist sogar von königlichem Geblüt. Der Großvater von Thomas arbeitete als Chauffeur am Hof des späteren Zaren Boris III. von Bulgarien, welcher ein begeisterter Eisenbahnliebhaber war und manchmal sogar auf der Lokomotive seines Hofzuges selbst am Regler stand. Diese Begeisterung sprang auch auf den Großvater und von ihm auf Thomas über. Heute ist Thomas Estler Geschäftsführer eines Consulting-Büros für Verkehrsplanung und -beratung. Nebenbei veröffentlichte er schon zahlreiche Bücher. Ferner tragen viele Artikel und Illustrationen in der Fachpresse seinen Namen. Thomas Estler: "Loks aus Tschechien und der Slowakei seit 1946". Stittgart (transpress) 2017 ISBN-10: 3613715295 - ISBN-13: 978-3613715295 erscheint am: 27.4.2017