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Tina Stroheker: 

Eine poetische Hommage an eine eigenwillige, ganz besondere Frau

2015 lernte Tina Stroheker die tschechische Germanistin Hana Jüptnerová kennen. Hana, im Riesengebirge lebend, war Deutschlehrerin, Übersetzerin, Dissidentin und stand in persönlichem Austausch mit Václav Havel. 1982 ließ sie sich taufen, in der atheistisch-kommunistischen Tschechoslowakei ein mutiger Schritt.
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 Nach der Wende wurde Schwerpunkt ihres Engagements die Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen. Hana hatte zwei Söhne und war Pflegemutter dreier Roma-Mädchen aus einem Heim. Sie mischte sich, zeitlebens, ein.
    
Tina Stroheker hat ihr, inspiriert von zahlreichen hinterlassenen Fotografien, nach ihrem Tod 67 Albumblätter gewidmet, eine poetische Hommage an eine eigenwillige, ganz besondere Frau. Und über das individuelle Porträt hinaus entsteht das Bild eines bewegend einfachen tschechischen Frauenlebens von der Zeit des Kalten Krieges bis in unsere Gegenwart.

"Am Ende der Reise durch Hanas Leben regt sich der Wunsch, das Buch gleich nochmals zu lesen, diesmal von hinten nach vorn, in der Hoffnung, wie bei der 'Spiegelgeschichte' von Ilse Aichinger, das Ende könnte ein erstaunlicher Anfang sein. Auferstehung? Wiedergeburt? Gibt es dafür andere Worte? Aber da ist Hana Jüptnerová ja bereits wieder lebendig, für immer, in diesem poetischen Lebens-Album von Tina Stroheker." Birgit Heiderich.

Tina Stroheker: "Hana oder Das böhmische Geschenk". Stuttgart (Kröner) 2021
ISBN: 978-3-520-75901-6  -  Erscheinungsdatum: 20.9.2021
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Viktorie Hanišová: "Die Pilzsammlerin"

Roman, aus dem Tschechischen übersetzt von Raija Hauck

Jede Familie schleppt eine Geschichte mit sich herum, und wenn es ans Erben geht, bricht häufig auf, was lange unter der Decke gehalten war. Auch die junge Sára wird durch den Tod der Mutter aus ihrem eingespielten, eintönigen Leben geholt. Und ihre Probleme werden immer drängender: Die alte Wochenendhütte der Familie, bislang sowohl Rettung als auch Schatten der Vergangenheit, verfällt zusehends. Ihr droht der Verlust der Invalidenrente, die Kneipe, in der sie die gesammelten Pilze verkauft, bekommt einen neuen Besitzer, und die Brüder, für die sie lange nicht existierte, geben einfach keine Ruhe mehr.
Jeden Morgen zieht Sára die alten Schuhe ihres Vaters an und geht auf die immer selbe, 25 km lange Pilztour. Ganz allmählich steigt sie in den Rückblenden immer tiefer in ihre Kindheit hinab. Und die Ich-Erzählerin muss die Vernachlässigung ihrer physischen und psychischen Bedürfnisse erst auf die Spitze treiben, bevor es eine Chance auf Heilung gibt.

Viktorie Hanišová bricht in klarer, in ihrer Sachlichkeit manchmal zynisch wirkender Sprache eine Lanze für die Kinder, die von ihren Eltern verraten und allein gelassen wurden, und en passant auch für die Außenseiter unter uns. 

Viktorie Hanišová: "Die Pilzsammlerin". Klagenfurt am Wörther See (Wieser) 2021
ISBN: 978-3-99029-467-3
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Iris Kempe/Wim van Meurs (Hg.): "Euopäische Zeitenwende: Prager Frühling"

Zeitzeugenberichte, Analysen, Hintergrunddarstellungen

1956 setzte Nikita Chruschtschow ein Signal des Wandels in einer fünfstündigen Geheimrede über die Verbrechen Stalins.
Im Ergebnis wollte die KPdSU so auf eine Entstalinisierung vorbereiten und Handlungsspielraum für eine vorsichtige Reformpolitik gewinnen. Damit eröffneten sich innenpolitische Möglichkeiten für Vertreter von Demokratie und Freiheit, ihre Ziele öffentlich zu formulieren - und der Weg für den Prager Frühling im Jahr 1968 war bereitet. Dieser Versuch der tschechoslowakischen kommunistischen Partei um Alexander Dubček, einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" zu gestalten, endete mit seiner gewaltsamen Niederschlagung am 21. August 1968. Diejenigen, die diese Ereignisse miterlebt hatten, waren zum Schweigen verurteilt - so wie Michal Reiman, ein Weggefährte Dubčeks, oder Tamara Reiman.

Iris Kempe/Wim van Meurs (Hg.): "Europäische Zeitenwende: Prager Frühling" Stuttgart (Ibidem) 2021. ISBN: 9783838216409
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Jaroslav Rudiš: 

Ode an die Schönheit des langsamen Reisens

Sein Großvater war Weichensteller, sein Onkel Fahrdienstleiter und sein Cousin Lokführer. Klar, dass Jaroslav Rudiš so oft wie möglich Zug fährt. In seinem Buch begibt er sich im Takt der Schienen durch Europa: von Berlin aus bis zum Gotthardtunnel und von Sizilien bis nach Lappland; im Nachtzug durch Polen und die Ukraine sowie im Speisewagen von Hamburg nach Prag.
Leidenschaftlich berichtet er davon, wie er vor seinem Waggonfenster zwischen Felsen und Bäumen zum ersten Mal die Adria erblickt. Wie er mit der Schmalspurbahn die Wälder im Harz erkundet. Und wie er in vierzig Stunden auf so vielen Verbindungen wie möglich durch ganz Deutschland fährt.

Rudiš widmet sich dabei den schönsten Bahnhöfen, den Kathedralen des Verkehrs. Erklärt, was Krokodile und Brigitte Bardot mit Lokomotiven zu tun haben. Und verwebt die Historie der Eisenbahn mit den Geschichten der Menschen, denen er begegnet.  Er verrät, warum die schnellste Strecke selten die schönste ist und weshalb der Eisenbahngott ganz sicher eine Göttin sein muss. Und er verführt uns mit seinen brillanten und mitreißenden Erzählungen, wieder öfter und achtsamer Zug zu fahren.

Jaroslav Rudiš: "Gebrauchsanwesiung fürs Zugreisen".  München (Piper) 2021. ISBN/EAN: 978-3-492-27749-5
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Ondřej Cikán (Hg.):


Mit einem Krimi von Karel Čapek und dem Gedicht "Zone" von Guillaume Apollinaire im Anhang, herausgegeben und übersetzt von Ondřej Cikán
Der große tschechische Poetist und Surrealist Vítězlav Nezval (1900–1958) ist ein Phänomen: Kaum jemand hat es geschafft, der Sprache zu einer solchen Schönheit zu verhelfen. Der Dichter und Übersetzer Ondřej Cikán hat diese Schönheit nun ins Deutsche gebracht. Das Zentrum der Anthologie "Ein Dichter bei Nacht" bilden Nezvals virtuose Langgedichte "Für die Nacht" und "Edison", die in Tschechien bis heute populär sind. Vervollständigt werden sie durch Gedichte aus verschiedenen Schaffensperioden, z.B. "Cocktails", "Totenglocke für Otokar Březina", "Ein Tüchlein und Adieu" und "Strophen über Prag".

Ondřej Cikán (Hg.): "Vítězlav Nezval: Ein Dichter bei Nacht". Wien/Prag (Kētos) 2021

ISBN: 978-3-903124-20-2