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Tschechische Firmen bevorzugen immer mehr den Euro
Während die Einführung einer gemeinsamen europäischen Währung bei der Bevölkerung in der Tschechischen Republik keineswegs erwünscht ist, beobachtet man bei den tschechischen Unternehmern genau das Gegenteil. Laut der Tschechischen Nationalbank (ČNB) werden bereits mehr als ein Fünftel der Zahlungen von inländischen Firmen in Euro abgewickelt.
Die Banken bestätigen ebenfalls den wachsenden Anteil an Euro-Zahlungen. Bei der Česká spořitelna waren es beispielsweise im vergangenen Jahr 18 Prozent.

Laut einer von der tschechischen Zeitung "Mladá fronta Dnes" in Auftrag gegebener, aktueller Umfrage der Wirtschaftskammer Tschechiens, liegt der Schnitt der Euro-Zahlungen bei 11 Prozent. Je größer das Unternehmen ist, desto höher ist der Anteil der Zahlungen in Euro. Gegenteilig verhält es sich bei Kleinunternehmern mit bis zu zehn Mitarbeitern. Diese bezahlen ihre Rechnungen ausschließlich in Kronen. Die Umfrage zeigt auch, dass 85 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe zumindest einen Teil ihrer Zahlungen an ihre Lieferanten aus den Euro-Ländern in deren Währung bezahlen, was für die Wirtschaft von entscheidender Bedeutung ist.

"Der Bereitschaft, Zahlungen in Euro und zwischen tschechischen Unternehmen durchzuführen, hat seit dem Ende der Interventionen (künstliche Kursstabilität durch die ČNB, Anm.) zugenommen, weil die Unternehmen das Risiko einer weiteren Kursüberraschung durch die ČNB nicht tragen wollen", sagt Tomáš Prouza, Präsident der Union für Handel und Tourismus. "Einer großen Anzahl von Unternehmern ist mittlerweile klar, dass, wenn sie einen Teil der Einnahmen in Euro erlösen und gleichzeitig in Euro-Ländern einkaufen, es vorteilhafter ist, den direkten Zahlungsweg zu wählen, um dem Kursrisiko aus dem Weg zu gehen." In vielen Branchen, wie zum Beispiel im Handel, funktioniert das Konstrukt allerdings nicht, obwohl die Lieferanten es gerne so hätten.
Schwierig ist es für Betriebe, bei denen Zahlungen von Lieferungen und Leistungen großteils in Tschechischen Kronen abgewickelt werden, vor allem dann, wenn größere Investitionen, wie zum Beispiel im IT-Bereich, fällig sind, und diese in Euro bezahlt werden müssen. Das erhöht die Kosten der Händler erheblich.
"Unternehmen sind oft gezwungen aufgrund von Druck der ausländischen Gläubiger die Geschäfte in Euro abzuwickeln. Dabei geht es auch um Vergleichbarkeit und Klarheit bei der Geschäftsabwicklung", sagt die Chefanalytikerin Karina Kubelková von der Tschechischen Handelskammer.

Gleichzeitig gehen die Unternehmen wieder dazu über, den Wechselkurs über die Banken abzusichern. "Seit dem Ende der Interventionen haben sich die Devisensicherungsgeschäfte unserer Kunden vervierfacht", sagt Tomáš Picek, Finanzmanager für Firmenkunden der Česká spořitelna. Unter anderem aufgrund der Erwartung, dass sich die Krone gegenüber dem Euro wieder festigen werde. Dies ist jedoch noch nicht in signifikantem Ausmaß geschehen.
Nach Angaben der ČNB sichert sich heute rund ein Fünftel der Unternehmen gegen Wechselkursschwankungen ab. "Das sind um einige Prozentpunkte mehr als zum Zeitpunkt der Wechselkursbindung. Der Anteil der exportorientierten Unternehmen ist aber wesentlich höher. Unserer Umfrage nach mehr als die Hälfte", sagt Raiffeisenbank-Chefökonomin, Helena Horská.

Alternative: Euro-Darlehen

In der Zeit des von der ČNB gestützten Kurses waren Euro-Darlehen bei den Unternehmen gefragt. Sie waren nicht mit einem unnötigen Risiko behaftet und aufgrund niedriger Zinssätze oftmals günstiger als ein Kronen-Kredit.

"Heute sind Euro-Kredite jedoch aufgrund des Risikos von Wechselkursänderungen im Vergleich teurer - entweder ergeben sich höhere Kosten für das Darlehen, oder man muss in die Absicherung des Wechselkursrisikos investieren. Wenn wir bereits mit dem Euro bezahlen würden, würden diese unnötigen Kosten gesenkt", sagt Prouza.

Euro-Kredite können jedoch immer noch sinnvoll für Unternehmen sein, die einen großen Teil ihrer Erträge in Euro erzielen und Kredite zurückzahlen. "Sie vermeiden auf diesem Weg das Kursrisiko", fügt der Ökonom hinzu.
13.03.2019
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28.3., 9h
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