header-klein.jpg powidllogo neu.jpg
Home
Politik
Über uns
Tourismus
Sport
Wirtschaft
Wirtschafts-veranstaltungen
Business People Team With World Map.jpg
Foto Wikipedia
Löhne in Tschechien
deutsch.jpg
Die Liste der wichtigsten und einflussreichsten Unternehmen in Tschechien
cz-nano.png pragueforum.jpg
Nächste Termine:
lohnspiegel
LOHNSPIEGEL:
Löhne & Gehälter
in Tschechien

Deutsche Sprache in der Abseitsfalle?
bvv
cz-euwahl2019
Seit heute, 14. Oktober 2020, gelten Fernunterricht und Lokalschließungen, sowie ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Restaurants, Bars und Clubs, die bereits mit Sperrstunden um 20:00 Uhr extrem eingeschränkt waren, wurden nun endgültig geschlossen. Die Menschen können Speisen nur an Ausgabestellen von Restaurants erwerben. Außerdem dürfen sich nicht mehr als sechs Personen versammeln, und es darf an öffentlichen Orten kein Alkohol getrunken werden. Weiters wird ab sofort für Schüler und Studenten das Fernstudium eingeführt. Nur Kindergärten und Sonderschulen bilden eine Ausnahme von den Maßnahmen des Gesundheitsministeriums gegen die Coronavirus-Epidemie. Die Regierung genehmigte am Mittwoch auch eine Entschädigung für wirtschaftliche Ausfälle durch die Verordnungen. 
Extreme Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise: Die tschechische Volksseele kocht
14.10.2020
newsletter-bild
AUFGRUND DER AKTUELLEN NOTSTANDSMASSNAHMEN MUSS DIE RUBRIK 

"WIRTSCHAFTS-VERANSTALTUNGEN" 

LEIDER AUSFALLEN
covid2020-2
Bild: powidl.eu
Trauerfeier in der Kneipe: Ab 20h reserviert für Covid.
Staatliche Zuckerln zur Beruhigung
Vermutlich um die Tschechen nicht allzu sehr zu provozieren, wurden seitens der Regierung umfangreiche finanzielle Entschädigungen genehmigt. Unternehmer, die aufgrund der Maßnahmen in ihrer Geschäftstätigkeit eingeschränkt wurden oder ihre Produktivität einstellen mussten, können für das dritte Quartal einen Beitrag zu den Gewerbemieten beantragen. Künstler und Unternehmer in der Kulturbranche können ein Stipendium beantragen, um das Covid-Kulturprogramm fortzusetzen. 750 Millionen Kronen werden dafür zur Verfügung gestellt. 

Die Sparte der Reisebusunternehmen erhält vom Staat bis zu eine Milliarde Kronen, um die Verluste aus der Krise zu decken. Betroffen sind bis zu zweitausend Busunternehmen, die insgesamt rund 9.000 Busse besitzen. Die Entschädigung wird pro Sitzplatz und Tag bezahlt. Nach Angaben des Verbandes Česmad Bohemia ist etwa Hälfte von ihnen bankrottgefährdet.

Veranstalter von Sportveranstaltungen haben Anspruch auf Entschädigung für abgesagte Events. Die Regierung genehmigte auch die Fortsetzung des COVID-Sportprogramms. 500 Millionen Kronen stehen zur Verfügung.

Ausbreitung der Epidemie
Derzeit sind in der Tschechischen Republik 68.740 Menschen aktiv mit Covid-19 erfasst, davon sind über 2.500 Patienten hospitalisiert. Seit Beginn der Epidemie sind es ingesamt 129.747 Menschen, von denen seit Anfang Oktober fast 59.000 infiziert wurden.

Etwa die Hälfte der Infizierten hat sich bereits erholt, während 1.106 Menschen an Coronavirus gestorben sind. Die Zahl der Todesfälle ist seit Anfang Oktober um 436 gestiegen. Der höchste tägliche Anstieg von 55 Todesfällen wurde an diesem Montag in die Statistik aufgenommen. 22 Menschen mit Covid-19 starben gestern.

Bei den meisten Patienten ist die Krankheit mild oder asymptomatisch. Nach den neuesten Daten des Gesundheitsministeriums leben 2503 Menschen mit Coronavirus in Krankenhäusern. Der Zustand von 467 von ihnen wird von Ärzten als schwierig eingestuft. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte seit Monatsbeginn ist um 1475 Fälle gestiegen.

Die Krankheit breitet sich zurzeit am schnellsten in der Region Uherské Hradiště aus, wo in den letzten sieben Tagen ungefähr 581 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert wurden. Der am zweithäufigsten betroffene Bezirk ist Příbram mit 488 Fällen und der dritte ist Liberec mit fast 473 Fällen pro 100.000 Einwohner in der letzten Woche.

"Es darf nicht sein, dass Krankenhäuser nicht in der Lage sind, sich um die Kranken zu kümmern. Ich möchte eine vollständige Sperrung vermeiden", sagte Gesundheitsminister Roman Prymula in einer Fernsehansprache am Dienstag. Er erwähnte auch, dass die Zahl der Krankenhausaufenthalte, die schwerwiegenden Fälle und die Todesfälle in den kommenden Wochen nach Modellen der Ausbreitung des Virus zunehmen wird. "Wir haben wirklich drei schwierige und unglückliche Wochen vor uns", fügte er hinzu. Gleichzeitig entschuldigte er sich dafür, dass er nicht bereits im Sommer stärker auf Maßnahmen gegen die zweite Welle drängte.


Kommentar von Wolfgang Martin


So unerfreulich die Entwicklung in Tschechien ist, wird man an dem Virus nicht vorbeikommen, bevor eine Immunisierung eintritt. Gefährlicher ist, den Tschechen ihr "liebstes Kind", nähmlich das Zusammensitzen bei einem Bier in der Kneipe, und das nun auch sogar im Freien, wegzunehmen. Ein Volk, dass die Großmacht Sowjetunion zur Verzweiflung (Charta 77) gebracht hat, sollte man nicht unterschätzen. 

POWIDL hat sich gestern - am letzten Tag vor den Verordnungen - unter das Volk gemischt, und der Stachel sitzt tief. Wir haben auch mit der Exekutive gesprochen. Ein Polizeioffizier (will nicht genannt werden) bestätigte, dass die Maßnahmen von ihm selbst und dem Großteil seiner Kollegen keinesfalls goutiert werden, was im Moment ein Dilemma auslöst, weil die Beamten gegen ihre Überzeugung agieren müssen. Premier Andrej Babiš ist zwar keineswegs erfreut über die Maßnahmen, kann aber nicht mehr eingreifen, weil er aus diplomatischen Gründen sich als "Laie" deklariert hat und versichert hat, sich nach den Expertisen der Experten zu richten. Ähnlich verhält es sich bei Präsident Miloš Zeman, der offenbar die Gefahr erkannt hat und für Freitag eine außerordentliche Rede zur Lage halten wird. Man kann gespannt sein.