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"Das tschechische Zentrum wird jetzt wieder wahrgenommen"
Das Tschechische Zentrum in Wien ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und zeigt sich nicht nur optisch, sondern auch vom Programm her von einer neuen Seite.
Herr Krafl, Das tschechische Zentrum, das bisher eher wie ein Mahnmal aus kommunistischer Zeit gewirkt hat, zeigt sich in neuem Glanz. Was ist passiert?
Damit kann ich nicht einverstanden sein. Es sah doch repräsentativ aus, aber ich wollte es einfach nach vielen Jahren erfrischen und den tschechischen Schriftzug auf Deutsch ändern.
Martin Krafl Text: Wolfgang Martin
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Interview
mit dem Direktor des tschechischen Zentrums Wien
Foto: Vojtech Brtnicky
Martin Krafl
Direktor Martin Krafl ist es in kurzer Zeit gelungen, dem tschechischen Zentrum in der Wiener Herrengasse zu dem zu machen, was es eigentlich sein sollte, nämlich eine Anlaufstelle für alle jene, die sich für die tschechische Kultur interessieren und tschechischen Künstlern die Chance zu geben, sich international zu präsentieren.
Was hat sich konkret verändert?
Wir haben zunächst einmal der Fassade ein neues Erscheinungsbild verpasst, wobei wir uns allerdings nach den Auflagen des Denkmalschutzamtes richten mussten und nicht unsere Landesfarben einbringen konnten, was sich mittlerweile aber als gar nicht so bedeutend ausgewirkt hat, weil sich aus den Farben rot und schwarz nun so etwas wie ein CI für das tschechische Zentrum entwickelt hat. Außerdem haben wir die Schaufenster neu adaptiert, um sie teilweise von Künstlern gestalten zu lassen. Es besteht also für Kreative die Möglichkeit, mitten im Herzen von Wien auf sich aufmerksam zu machen. Weiters haben wir die Kooperationen mit der österreichischen und der schweizer Kulturszene ausgeweitet. Auch die Zusammenarbeit mit der Presse wurde intensiviert.
Haben die Reformen bereits positive Auswirkungen gezeigt?
Ja, das traue ich mich zu behaupten. Die Kundenfrequenz in unserem Geschäftslokal - wo auch der Czech Tourism beheimatet ist - ist deutlich gestiegen. Ein lustiges Detail am Rande: an der alten Fassade war die Aufschrift "Tschechisches Zentrum" in der Landessprache angeschrieben. Nun haben wir es auf deutsch geändert und seither kann man beobachten, dass viel mehr tschechische Touristen uns registrieren und unsere Auslage oftmals fotografiert wird. Was mich aber meisten freut und mir sehr wichtig ist, dass vor allem immer mehr Jugendliche Zugang zu unseren Aktivitäten finden. So war zum Beispiel eines unserer letzten mitorganisierten Konzerte im "Nachtasyl" [Wiener Lokal der tschechischen Emigrantenszene, Anm.], der Auftritt von Monika Naceva und Michal Pavlícek im Oktober 2012, bis auf den letzten Platz - unter anderem mit vielen Jugendlichen - besetzt
Sie sprachen zuvor von Koopartionen mit der österreichischen Kulturszene. Können sie etwas näheres darüber sagen?
Ja, natürlich. Zum Beispiel kam im Rahmen des Nachfolgeprojekts von "Höhenrausch" im 2012 eröffneten OÖ Kulturquartier das von Jiri Wald und Radana Waldova unter künstlerischer Leitung von Petr Nikl (CZ, u. a. Jindrich- Chalupecky-Preis, Teilnehmer EXPO 2005 in Aichi, JAP) konzipierte Projekt "ORBIS PICTUS" nach Linz. Die Highlights der darunter vereinten sechs interaktiven Ausstellungen (u. a. PLAY, Labyrinth des Lichts und Sensorium) waren erstmals umfassend in Österreich zu sehen sein. Mitte April 2013 wird im Tschechischen Zentrum die Retrospektive von Ondrej Michalek "Prints Stories" eröffnet. Diese Ausstellung findet im Rahmen von Monat der Grafik 2013 des Künstlerhauses Wien statt. Bis 26.6. kann man noch die erste umfassende Österreich-Präsentation der Sammlung der Prager Gaswerke AG / Prazska plynarenska, in der Sala-Terrena-Galerie des Stiftes Klosterneuburg bei Wien sehen. Eine äußerst interessante Austellung von mehreren hunderten Werken von Größen der Zwischenkriegs-Avantgarde wie Toyen, Jindrich Styrsky und Adolf Hoffmeister, progressiver Strömungen der 1960er wie Jiri Kolar und Josef Hampl oder Vertreter der jungen Generation wie Michal Cihlar.
Noch eine letze Frage. Was müssen Künstler sein oder tun um in der Windows Gallery in Wien ausstellen zu dürfen?
Die Künstler sollten einen Bezug zu Tschechien haben, entweder thematisch oder im Rahmen eines Stipendien- oder Studienaufenthaltes in der Tschechischen Republik entstandene Werke präsentieren können. Die Nationalität spielt dabei keine Rolle. Die Anmeldung erfolgt über das Internet unter ccwien@czech.cz. Der Ausstellungszeitraum beträgt jeweils ca. 2 Monate. Die Künstler werden von uns insoweit unterstützt, indem sie auch bei Projekten des Tschechischen Zentrum Wien in anderen Bundesländern vorgestellt werden.
Viel Glück für ihre weiteren Aktivitäten und danke für das Gespräch
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