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"KOHLE"-EXPORT
Cross-Check Das tschechische Tourismusbüro Wien ist ein weiteres Opfer einer fragwürdigen Sparpolitik
Im Tessin, der Sonnenseite der Schweiz, beginnt dieser Tage der Prozess gegen ehemalige Manager des Unternehmens - einen schweizerisch-tschechischen Doppelstaatsbürger, fünf Tschechen und einem Belgier, denen Geldwäsche, Bestechung, Betrug und Urkundenfälschung im großen Stil vorgeworfen werden. Obwohl die Delikte bereits vor mehr als einem Jahrzehnt begangen wurden, stehen die Angeklagten erst jetzt vor Gericht. Im Juni 2005 wurde die eidgenössische Bundesanwaltschaft aktiv und ermittelte gegen die mutmaßlichen Drahtzieher des Betruges auf Schweizer Seite. Der Fall kam ins Rollen, nachdem sich der belgische Angeklagte - ein heute 85jähriger ehemaliger hoher Weltbank-Funktionär - mit einem Geschäftspartner zerstritten hat, worauf dieser den Fall bei der Bundesanwaltschaft angezeigt hat. Die Angeklagten hätten mit Hilfe korrupter Beamten den Preis an den Anteilen des Kohleunternehmens gedrückt und so den Staat um diese großen Summen gebracht. Laut dem Schweizer Blatt "Tagesanzeiger" stieß die Bundesanwaltschaft bei den tschechischen Behörden auf taube Ohren: die Amtshilfeansuchen der Schweizer Ermittlungsbehörde blieben in dieser Causa stets unbeantwortet. Erst ab Herbst 2011 begann sich die tschechische Seite für den Fall zu interessieren. Laut Anklageschrift wurden von den Beschuldigten mindestens 5 Millionen US-Dollar ausgegeben, um tschechische Beamte zu bestechen. Allein Robert Sykora, der frühere Vizeminister für Industrie und Handel, soll 85 000 Dollar Schmiergeld erhalten haben. Er war für die Abwicklung des Verkaufs eines staatlichen MUS-Aktienpakets zuständig, berichtet der Tagesanzeiger. Der Deal wurde von den Beschuldigten laut Anklage im großen Stil über ein weit verzweigtes Konstrukt an Gesellschaften in der Schweiz, in Liechtenstein, in Tschechien und in überseeischen Offshore-Finanzplätzen abgewickelt. Allein in der Schweiz soll es rund 100 Bankkonten gegeben haben, um die illegalen Transaktionen zu verschleiern. Mindestens 233 Millionen Franken sollen die Angeklagten dabei gewaschen haben, und zweistellige Millionenbeträge sollen privat abgezweigt worden sein. Die Bundesanwaltschaft hat Vermögenswerte von insgesamt 660 Millionen Franken beschlagnahmt. Im Prozess von Bellinzona wird viel an der jüngeren Vergangenheit Tschechiens in der Ära der "Transformationsphase" der 90er Jahren aufgearbeitet. Die Liste mit Namen einstiger Machtträger ist lang. Der späte Schwenk der tschechischen Behörden im Jahr 2011 lässt erahnen, dass viele offizielle Stellen einst in diese Geschäfte involviert waren und welchen Einfluss sie auf die tschechische Justiz gehabt haben.
Als Nachspiel zur Privatisierung der nordböhmischen Kohlebergbaugesellschaft Mostecka Uhelna Spolecnost (MUS) während der 90er-Jahre stehen schwere Vorwürfe im Raum. Die Tschechische Republik soll insgesamt um kloportierte 660 Millionen Franken (530 Mio €) geschädigt worden sein, die auf Schweizer Bankkonten gelandet sind. Schmiergelder seien an hohe Regierungsbeamte geflossen. Bei dem jetzt startenden Prozess in der Schweiz glänzt der tschechische Staat durch Abwesenheit.
Bild: czechcoal.cz
Kurz vor der Eishockey-WM kam die nüchterne Nachricht, dass das Wiener Büro von Czech Tourismus "aus organisatorischen Gründen" ab 1. Juni geschlossen wird. Eine unverständliche, und wie ich meine, aus wirtschaft- licher Sicht eine schwer fahrlässige Maßnahme. Wie überhaupt die Sparmaß- nahmen der Regierung im Tourismus, bei der Kultur und auch in der Forschung ökonomisch gesehen schwer nachvollziehbar sind.
Die Tschechische Zentrale für Tourismus teilte Anfang Mai in einer Aussendung mit, dass die Wiener Repräsentanz "aus verwaltungstechnischen Gründen" ab 1.6.2013 im 20. Jahr ihres Bestehens geschlossen wird (siehe untenstehendes Faksimile).
Dabei hat man mit Wien geradezu eine Musterstadt in Sachen Vermarktung vor der Haustüre, und es wäre keine Schande, das Wiener Erfolgsmuster auch in Tschechien anzuwenden. Stattdessen ist es bis heute noch nicht gelungen, die Vorurteile der Vergangenheit - vor allem bei den deutschsprachigen Nachbarn - abzubauen. Um beim Tourismus zu bleiben: Es ist offensichtlich, dass die Bewusstseinsbildung bereits in den Schulen in die falsche Richtung läuft. International übliche Gepflogenheiten und Ansprüche, sei es in der einheimischen Gastronomie, Hotellerie oder einfach nur der Umgang mit Touristen, sind nach wie vor Neuland. Und das, obwohl die Tschechen ausgesprochen freundliche und herzliche Menschen sind, und Tschechien eines der schönsten Länder auf der Erde ist. Da fragt man sich: Warum ist das so? Es liegt einerseits an verfehlter Politik, die es verabsäumt hat Tschechien jenes Image zu verpassen, das dem Land gebührt; stattdessen hat man sich als "Billiglohnland" und "Billigtourismusland" verkauft. Statt touristisches Know-how einzukaufen, hat man auf ausländische Firmen gesetzt, die nach der Öffnung mit geringsten Investitionen das große Geschäft machen konnten und immer noch machen. Vergessen hat man allerdings auf die eigenen Kleinhoteliers, Zimmervermieter und alles, was sich außerhalb des Zentrums von Prag befindet. Diese Verfehlungen haben zu einer extremen Zweiklassengesellschaft im touristischen Business geführt. So hat man, überspitzt formuliert, im Prager Zentrum Preise wie in New York - befindet man sich etwas außerhalb, Preise wie in Bulgarien. Die ohnehin schon im internationalen Vergleich geringen touristischen Werbeaktivitäten beziehen sich hauptsächlich auf Prag. Städte wie Telc oder Trebic (UNESCO-Kulturerbe) wurden zwar mit EU-Geldern aufwändig saniert, dürfen aber nun in Schönheit sterben. Es ist zwar nicht so, dass es in der Provinz keinen Tourismus gibt, aber was fehlt, ist die Kaufkraft. Wenn jemand nicht unbedingt auf Plastikblumen scharf ist oder kitschige Holzschnittarbeiten kaufen will, gibt es für Touristen kaum Möglichkeiten, Geld im Land zu lassen. Ähnlich verhält es sich bei der Gastronomie. Die Gastronomen sind in erster Linie von den einheimischen Gästen abhängig, wodurch sie niedrige Preise mit extrem geringen Handelsspannen anbieten müssen, die kaum zum Überleben reichen. Gehobene Gastronomie wäre zwar für die Touristen gut, wird aber von den Einheimischen nicht bezahlt. Ein Teufelskreis. Städte, die auf einem gutem Weg sind, wie Ostrau, Olmütz oder Neuhaus haben wiederum das Problem der Vermarktung. Sucht man im Internet Destinationen in Tschechien, so braucht man viel Geduld und Muße. Zwar gibt es eine große Zahl an Webseiten, doch viele funktionieren nicht; bei den meisten Seiten ist der Button auf eine deutsche Version nur Symbol, oder man findet veraltete Preise, wie auch eine Masse von nicht aktualisierter Seiten (großteils mit EU- Fördermittel eingerichtet). Nicht gerade die beste Werbung. Je länger man bei der Tourismuswerbung spart, desto teurer wird es werden, wieder auf Kurs zu kommen. Tschechien bräuchte dringend ein Fremdenverkehrsgesetz wie in Österreich und professionelle Agenturen die das vorhandene Geld gewinnbringend einsetzen und das Land wieder ins richtige Licht setzen.
16.5., ab 9.00 Seminar Unternehmens- kommunikation DTIHK Prag 1, Vaclavske nam. 40 16.5., ab 19.30 Deutschsprachiger Business-Stammtisch Zvonarka Prag 2, Safarikova 1 21.5., ab 19.00 Die Prager Toastmaster Locus Workspace Prag 3, Slezska 45 28.5., ab 9.00 Seminar Internetmarketing KOSTENPFLICHTIG! DTIHK Prag 1, Vaclavske nam. 40 3.6., ab 18.00 Wirtschaftsstammtisch Österreich Stopkova pivnice Brünn, Ceska 5 4.6., ab 18.00 "Wirtschaftskriminalität und Korruption" DTIHK Prag 1, Vaclavske nam. 40 4.6., ab 19.00 Wirtschaftsstammtisch Österreich Chez Marcel Prag 1, Hastalska 12 5.6., ab 18.00 Swiss Club Monatstreff U Trech Modrych Kouli Prag 1, Havelska 8 6.6., ab 18.00 Sourcing Day CZ KOSTENPFLICHTIG! Science & Technology Park Pilsen, Teslova 3 ENGLISCHSPRACHIGE VERANSTALTUNGEN IN PRAG: 21.-22..5. PIAF - Prague International Advertising Festival Ausstellungspalast Prag 7, Dukelskych hrdinu 47 31.5. Prague.TV-Party Hoffa Bar Prague Prag 1, Senovazne nam. 22 4.6. Prague Business Leaders Networking Kempinski Hotel Prag Prag 1, Hyvernska 12
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kohleexport.jpgczechtourism-logo.jpg
In Wien GESCHLOSSEN AB 1.6.2013
CzechTourism schließt Wiener Büro
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Aussendung CzechTourism vom 2.5.2013
Tschechischer Staat an Aufklärung nicht interessiert
Bei Bergbauprivatisierungen wurde von ehemaligen Managern der "Kohle"- Export vermutlich falsch verstanden. Tschechien verlor eine halbe Milliarde Euro in der Schweiz.
Powidl Kommentar
Glosse von Wolfgang Martin