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2019: Gute Wirtschaftslage hält an - Konsumfreude der Bevölkerung als Konjunkturbooster




Während sich die Wirtschaft in vielen Ländern des Euroraums 2019 verlangsamt hat, ist die tschechische Wirtschaft weiterhin in guter Verfassung: das BIP stieg im ersten als auch im zweiten Quartal um 2,7% - und damit stärker als erwartet. Für die gute Konjunktur ist hauptsächlich der starken Konsum der privaten Haushalte verantwortlich - die Konsumfreude der Bevölkerung bleibt aufgrund der niedrigen Arbeitslosenrate und dem dynamischen Lohnwachstum ungebrochen. Auch die Auslandsnachfrage wirkte sich positiv auf die Wirtschaft aus.


Text: WKÖ, AußenwirtschaftsCenter Prag

2018 brachte mit einer Steigerung der österreichischen Exporte nach Tschechien von 5,5% und der Importe aus Tschechien von 6,7% einen neuen Rekordwert (EUR 12,2 Mrd.) im bilateralen Handel. Im ersten Halbjahr 2019 kam es auf Grund des Rückgangs von österreichischen Lieferungen von Erdölprodukten (-11%) und einigen Fertigwaren (-25%, Rückgänge vor allem bei Druckereierzeugnissen, Kunststoffwaren, Spielen/Sportgeräten, Musikinstrumenten, Bekleidung) nach Tschechien zu einem temporären Rückgang unserer Exporte von 3,2% auf EUR 2,8 Mrd. Bei den österreichischen Ausfuhren von "Maschinenbauerzeugnissen und Fahrzeugen" - mit einem Anteil von 38% (EUR 1,04 Mrd.) die mit Abstand wichtigste Position bei unseren Ausfuhren nach Tschechien - gab es hingegen einen Zuwachs von über 1%. Vor allem die Lieferanten von Arbeitsmaschinen (+31%) und von Maschinen für verschiedene Zwecke (+8%) waren erfolgreich. Aber auch Lebensmittel (vor allem Gemüse/Früchte, Getreideerzeugnisse, Tierfutter) konnten zulegen.

Österreichs Einfuhren aus Tschechien stiegen im ersten Halbjahr um 1,2% auf EUR 3,37 Mrd. Hier sind ebenfalls Maschinen und Verkehrsmittel mit einem Anteil von 45% (EUR 1,5 Mrd., davon PKW EUR 0,42 Mrd.) die wichtigste Importposition. 

Tschechien zählt seit langem zu Österreichs wichtigsten Wirtschaftspartnern - aktuell liegt Tschechien für Österreich mit einem Anteil von 3,6% weltweit hinter Deutschland, USA, Italien, Schweiz, Frankreich und Ungarn auf dem 7. Platz beim Exportranking. Importseitig nimmt Tschechien mit einem Anteil von 4,2% nach Deutschland, Italien, China und USA den 5. Platz ein. Für Österreich ist Tschechien der führende Handelspartner (Exporte und Importe zusammen) in Mittel- und Osteuropa. Innerhalb der EU-28 ist Tschechien für Österreich der füntwichtigste Exportpartner und der drittwichtigste Importpartner. 

Eine hohe Wachstumsdynamik zeigen seit einigen Jahren die österreichischen Dienstleistungsexporte nach Tschechien: Laut Österreichischer Nationalbank (ÖNB) gab es 2018 eine Steigerung um knapp 10% auf EUR 1,6 Mrd. Umgekehrt wurden Diensleistungen in Höhe von EUR 1,4 Mrd. (+1,2%) aus Tschechien importiert. Und im 1. Quartal 2019 setzte sich die Dynamik fort - die österreichischen Dienstleistungsexporte nach Tschechien stiegen um knapp 9% auf EUR 474 Mio., die Dienstleistungsimporte stiegen um kann 3% auf EUR 325 Mio. Die Daten der Nationalbank zeigen wie der bilaterale Handel von Dienstleistungen für beide Länder an Bedeutung gewinnt: seit EU-Beitritt Tschechiens im Jahre 2004 und der damit verbundenen Dienstleistungsfreiheit hat er sich mehr als verdoppelt. Neben dem Reiseverkehr haben die sonstigen unternehmerischen Dienstleistungen jeweils den größten Anteil. Tschechien liegt weltweit bei den Exporten von Diensleistungen am 7. Platz und bei den Importen am 12. Platz. 

Laut ÖNB beläuft sich der Bestand österreichischer Direktinvestitionen in Tschechien per Ende 2018 auf EUR 13,1 (Ende 2017: EUR 12,4 Mrd.). Für österreichische Firmen ist Tschechien damit weiterhin nach den Niederlanden (EUR 30 Mrd.), Deutschland (EUR 29 Mrd.) und Luxemburg (EUR 13,2 Mrd.) weltweit das viertwichtigste Zielland für Direktinvestitionen. Was aber das Einkommen (ausgeschüttete als auch reinvestierte Gewinne sowie Nettozinserträge aus konzerninternen Finanzierungen) der Direktinvestitionen betrifft, liegt Tschechien mit EUR 1,6 Mrd. weltweit an der Spitze - weit vor Deutschland (EUR 1,2 Mrd.) und den Niederlanden (EUR 898 Mio.) 

Laut tschechischer Nationalbank (ČNB) beläuft sich der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen in Tschechien auf EUR 130 Mrd. - die Topinvestoren sind die Niederlande (Anteil: 20%), Deutschland (16%), Luxemburg (15%), Österreich (10,3%) und Frankreich (8%), diese fünf Länder haben somit zusammen einen Anteil von fast 70% der ausländischen Direktinvestitionen. Tschechiens gute Konjunktur steht auf gesunden Beinen. Somit bleibt unser Nachbarland auch weiterhin ein höchst interessanter Markt für österreichische Unternehmen. Absatzchancen und Möglichkeiten bieten sich in den verschiedensten Bereichen:

Die stark ausgeprägte und extrem exportorientierte Industrie Tschechiens ist ein Top Kunde für österreichische Industriezulieferer (von Maschinen, Komponenten bis zu Vormaterialien). Aber durch kontinuierlich wachsende Realeinkommen haben auch höherwertige Konsumgüter und Freizeitangebote von Jahr zu Jahr bessere Chancen. Um das Land langfristig wettbewerbsfähiger und zukunftssicher zu machen, muss Tschechien verstärkt auch auf Innovationen setzen – österreichisches Know-How kann sicherlich dazu beitragen. Weitere Chancen liegen im Sektor intelligentes und energiesparendes Bauen (erneuerbare Energiequellen, Niedrigenergiebauweise, Haussteuerung und -technik etc.), ICT-Ausstattung, Automatisierung, Maschinen, Anlagen und in intelligenten Technologien für Energieeinsparungen. Aber auch Circular Economy, Smart Cities, Life Sciences (Pharmazeutika, Biotech und Medizintechnik) und der Nanobereich sind Bereiche mit Potential.


Weitere Informationen: WKO - Die tschechische Wirtschaft