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2018: Kräftiger Anstieg des Außenhandels Österreich-Tschechien




In den ersten drei Quartalen zog der Außenhandel Österreich-Tschechien kräftig an: Die österreichischen Exporte nach Tschechien stiegen um knapp 6 % auf EUR 4,14 Mrd und die österreichischen Importe aus Tschechiem um 5 %. In Anbetracht der hohen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr (+10 % bzw. +8 %) ist dies umso erfreulicher. Es sieht aktuell ganz so aus, dass es heur einen neuen Rekord beim Handelsvolumen geben wird und damit der Vorjahresrekord (EUR 11,61 Mrd.) gebrochen werden.


Text: WKÖ, AußenwirtschaftsCenter Prag

Erfolgreich waren im ersten Quartal vor allem die österreichischen Lieferanten von bearbeiteten Waren (+9%, bpsw. Metallwaren, Papier- und Holzwaren, NE-Metalle), chemische Waren (+15%, bspw. pharmazeutische Erzeugnisse, Putz- und Reinigungsmittel, Farben, anorganische chemische Erzeugnisse, Kunststoffe), Brennstoffen (+51%), Öle und Fette (+22%), Maschinen für die Metallbearbeitung (+16%) sowie Büro- und EDV- Maschinen (+ 31%). Bei den österreichischen Importen aus Tschechien gab es die größten Steigerungen bei chemischen und pharmazeutischen Waren (+21%), sonstigen Fertigwaren (+19%), Getränken (+13%) sowie bearbeitete Waren (+11%).

Aktuell liegt Tschechien mit einem Anteil von 3,7% bei Österreichs weltweiten Exporten hinter Deutschland, USA, Italien, Schweiz und Frankreich an sechster Stelle, importseitig nimmt es mit 4,2% nach Deutschland, Italien und China den vierten Rang ein. Damit bleibt Tschechien für Österreich weltweit der sechstwichtigste Ausfuhrpartner und in Mittel- und Osteuropa der wichtigste Export- und Handelspartner.

Zwischen Österreich und Tschechien besteht auch ein florierender Austausch von Dienstleistungen: Laut Österreichischer Nationalbank (ÖNB) realisierte Österreich im 1. Halbjahr 2018 Erlöse in Höhe von 778 Mio. EUR (+10%) in Tschechien und Tschechien Erlöse von 671 Mio. EUR EUR (+4%) in Österreich. Neben dem Reiseverkehr hatten Transportdienstleistungen und sonstige unternehmerische Dienstleistungen den größten Anteil. Tschechien liegt weltweit bei den Exporten von Dienstleistungen am 8. Platz und bei den Importen am 11. Platz. Laut ÖNB beläuft sich der Bestand österreichischer Direktinvestitionen in Tschechien per Ende 2017 auf EUR 12,4 (Ende 2016: EUR 10,9 Mrd.). Für österreichische Firmen ist Tschechien damit weiterhin nach den Niederlanden (EUR 30 Mrd.) und Deutschland (EUR 26 Mrd.) und Luxemburg (EUR 12,7 Mrd.) weltweit das viertwichtigste Zielland für Direktinvestitionen. Was aber das Einkommen (ausgeschüttete als auch reinvestierte Gewinne sowie Nettozinserträge aus konzerninternen Finanzierungen) der Direktinvestitionen betrifft, liegt laut ÖNB Tschechien mit EUR 1,8 Mrd. weltweit an der Spitze – weit vor Deutschland (EUR 1,1 Mrd.) und den Niederlanden (EUR 723 Mio.)

Laut tschechischer Nationalbank (ČNB) beläuft sich der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen auf EUR 115,6 Mrd. - die Topinvestoren sind die Niederlande (Anteil: 23%), Deutschland (14%), Luxemburg (12%), Österreich (11%) und Frankreich (8%), diese fünf Länder haben somit zusammen einen Anteil von 68% der ausländischen Direktinvestitionen.

Tschechien befindet sich weiterhin in einem stabilen Wachstumsprozess. Eine Reihe von Schlüsselfaktoren deutet darauf hin, dass unser Nachbarland auch weiterhin die stärkste Wirtschaft Ostmitteleuropas bleiben wird: Die Bauwirtschaft brummt wieder. Es herrscht praktisch Vollbeschäftigung, die steigenden Löhne lassen die Bevölkerung kräftig konsumieren. Und die Unternehmen investieren auf Grund der guten Wirtschaftslage und der Personalengpässe – vor allem in ICTAusstattung, Automatisierung, Maschinen, Anlagen und in intelligente  Technologien für Energieeinsparungen. Ebenfalls von Bedeutung ist, dass es in Tschechien kein allzu großes Wohlstandsgefälle gibt, das Land ist sozial relativ ausgeglichen.

Somit bleibt Tschechien ein höchst spannender Markt für österreichische Unternehmen. Es bieten sich interessante Absatzchancen in den verschiedensten Bereichen. Und die Chancen und Möglichkeiten sollten auch weiterhin genutzt werden. Das Land ist nicht nur traditionell durch eine starke Industrie geprägt (Anteil der Industrie am BIP: 32% – damit ein Spitzenreiter unter den EU-Ländern), sondern auch ein moderner Industriestandort, der in alle Welt liefert, vor allem in die EU und nach Deutschland. Für diese Märkte braucht es Top-Produkte, die wiederum mit Top-Maschinen, Komponenten und Vormaterialien erzeugt werden.

Und diese Maschinen, Komponenten und Vormaterialien sind die klassische Spielwiese unserer österreichischen Unternehmen. Durch die wachsenden Realeinkommen haben auch höher wertige Konsumgüter und Freizeitangebote bessere Chancen. Weitere Chancen liegen im Sektor intelligentes und energiesparendes Bauen (erneuerbare Energiequellen, Niedrigenergiebauweise, Haussteuerung und –technik etc.), Umwelttechnik & Infrastruktur. 


Weitere Informationen: WKO - Die tschechische Wirtschaft