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GLOSSE
von Wolfgang Martin
29.07.2022
Europa: Reingehetzt und reingefallen
Eigentlich kennt man dan Ablauf bereits aus dem Kindergarten oder der Schule. Da wurde es aufhussen (aufhetzten) genannt. Einen labilen oder unsicheren Mitschüler so zu manipulieren, dass er einen Blödsinn macht, für den er dann gerade stehen muss, obwohl ein anderer schuld ist. Genau das haben die Amerikaner mit Europa gemacht. Mit fadenscheinigen Sanktionen gegenüber Russland haben die Amis Europa aufgehusst mitzumachen, und die EU-Länder haben diese Vorgaben trotz vieler Vorwarnungen akzeptiert, ohne über die Folgen nachzudenken, beziehungsweise sich mit dem wahren Hintergrund des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland zu beschäftigen. Kritische Meinungen wurden ähnlich wie bei Covid nicht zugelassen. Demokratisches Denken - Fehlanzeige. 

Das schwer verständliche Verhalten hat möglicherweise andere Gründe.

Das derzeitige Dilemma wurde nicht ausgelöst durch den Ukrainekrieg, sondern ist eine Folge der total verunglückten Covid-Politik. Den Amerikanern war natürlich klar, dass Europa aus dieser Nummer schwer herauskommen wird. Die Sanktionen und die Provokationen gegenüber Russland waren ein verlockendes Angebot an die europäischen Machthaber, ihren Kopf zu retten und vom eigentlichen Problem abzulenken. Dass Russland Ernst machen würde, war nicht voraussehbar, aber aus amerikanischer Sicht der Idealfall. Das Böse war geboren, das politische Versagen der Vergangenheit vergessen und an allem schuld ist ausschließlich Wladimir Putin. Die Ukraine wird über Nacht zur Engelrepublik und Wolodymyr Selenskyj schafft sich sein eigenes Hollywood - nur, dass der Film kein Happy-End haben wird. Die Untriebe der Faschisten in der Ukraine sind vergessen, weil nur einer schuld sein kann. 

Am 15. März 2017 unterband die Regierung in Kiew offiziell den wirtschaftlichen Austausch mit den NRKG. Anfang des Monats hatten die Machthabenden in Donezk und Luhansk 40 Unter­nehmen, die bis dahin noch in den von Kyjiw kontrol­lierten Gebieten (RKG) registriert waren, unter "zeit­weise externe Verwaltung" gestellt, was de facto einer Enteignung gleichkam. (Auszug: Stiftung Wissenschaft und Politik German Institute for International and Security Affairs). 


Solche Konflikte sind erfahrungsgemäß schwer zu lösen und umso komplizierter, wenn die Menschen keine Perspektive sehen und Existenzschwierigkeiten haben. Die Ukraine hatte keine Ambitionen, in die Region viel zu investieren und von der russischen Seite wäre das Risiko unter den damaligen Verhältnissen zu groß gewesen. Den USA kam der Konflikt recht, Europa hat sich wie immer überschätzt, und so kam, was kommen musste. Die Frage stellt sich: Wäre der Konflikt auch ohne Covid so ausgeartet? Ich glaube, dass nicht nur die EU, sondern auch Russland daran interessiert waren, die wirtschaftlichen Covid-Auswirkungen zu verschleiern, überhaupt, als herausgekommen ist, wie ineffizient und unnötig die Maßnahmen waren. Möglicherweise war es beiden Seiten recht.

Der Verlierer kann nur EU heißen

Das Stimmungsbild ist verheerend.

EU: "Wir werden dem russischen Bären zeigen, wo es lang geht." Ungarn: "Wir wollen eine neue EU-Strategie, die auf Frieden abzielt, nicht darauf, den Krieg zu gewinnen." Österreich: "Wir sind neutral, tragen alles mit, aber Ausnahmen bestätigen die Regel." Deutschland: "Wir würden uns gern mehr engagieren, wollen aber nichts ausgeben." USA: "Wir werden keine Konfrontation mit Russland eingehen." Türkei (stärkste NATO- Armee außerhalb der USA): "Wir sind leider von Russland abhängig." Vereintes Königreich: "Wir können ausschlaggebend für den Kriegsverlauf sein." (Zitat: Boris Johnson). Rosige Aussichten.

Die Selbstüberschätzung der EU ging auch so weit, dass sie sicher war, dass Russland wirtschaftlich zusammenbrechen wird. Das Gegenteil ist der Fall, für Russland eröffnen sich nun neue Geschäftsfelder, die sie vor dem Krieg selbst nicht kannten. Den Großteil Europas und die Türkei haben sie so oder so an der Angel. Allein die BRICS-Staaten, die aufgrund der Ereignisse immer mehr zusammenrücken, bilden eine Wirtschaftsmacht. Staaten wie Südafrika lehnen die Sanktionen definitiv ab, auch Südkorea will es sich mit den Russen nicht verscherzen. Der Iran sieht eine neue Weltordnung kommen und möchte sich auf die Seite der Stärkeren begeben, und die sind nach Meinung der iranischen Regierung Russland, China und Konsorten. Serbien als ein EU-Kandidat tanzt auch nicht nach der Pfeife der EU-Granden. Ungarn und Österreich gehen wie immer ihren eigenen Weg. Die Ungarn offiziell, die Österreicher verstecken ihre Handlungen hinter der Neutralität. Russland hat noch eine zusätzliche natürliche Waffe in der Hand. Sollte in Afrika aufgrund der Lieferschwierigkeiten von Grundnahrungsmittel eine Hungersnot ausbrechen, wird Europa mit Flüchtlingen überschwemmt werden. 

Was steht Europa bevor?

Ein wirtschaftlicher Zusammenbruch ungeahnten Ausmaßes. Rezession. Geldverfall. Investitionsstopps aufgrund der instabilen Energieversorgungslage. Das nächste, vorprogrammierte Covid-Desaster wird die noch funktionierenden Unternehmen zusätzlich schwächen. Menschen und Unternehmen werden nicht mehr in der Lage sein, mittelfristig zu planen. Die Banken werden sich darauf einstellen und dementsprechend mit Krediten geizen. Proteste und Streiks (bereits im Gang) werden die Folge sein. Die Flüchtlingswelle wird im schlechtesten Fall nur mit Gewaltanwendung zu bewältigen sein. Eine noch extremere Zweiklassengesellschaft wird sich bilden, die enormes Konfliktpotenzial in sich birgt 

Für die EU-Elite ist die mehr als gefährliche Situation allerdings kein Problem. Sie sprechen von "alternativen Energiequellen", so, als müsste man nur einen Schalter umlegen, und schon kann man den Energieausfall kompensieren. Dazu kommen völlig realitätsfremde Aussagen von europäischen Spitzenpolitikern. "Russland kann und darf nicht gewinnen", sagte beispielsweise Emmanuel Macron. In welcher Blase lebt der Mann? "Europa wird die Ukraine bis zum allerletzten Schritt in die EU begleiten." - Aussage von Ursula Von der Leyen. So stellt sich die kleine Ursel die große Welt vor.

Solche Aussagen braucht niemand, behaltet die Floskeln für euch und redet endlich mit der USA, der Ukraine und Russland Klartext! Vertretet endlich die europäischen Interessen und wenn ihr selbst unfähig seid, stattet einen neutralen Unterhändler mit einem Mandat aus, der diesen Part übernimmt. Hört auf mit der Hetzjagd auf unschuldige Menschen, nur weil sie in Russland geboren sind, und mit der Verherrlichung der Ukrainer. Tut endlich das, wofür ihr gewählt wurdet, nämlich die Interessen des Volkes, und in dem Fall jene Europas, zu vertreten.

Der Ukraine-Konflikt könnte tatsächlich der Auslöser für eine neuen Weltordnung sein. Wenn das so sein sollte, haben sich auch die Amerikaner selbst ins Knie geschossen.


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