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Die Raab-Dynastie: Von Pilsen in die Downing Street
Der Name Raab wird gerne mit dem legendären österreichischen Bundeskanzler Julius Raab in Verbindung gebracht. Seitdem Boris Johnson schwer an Corona erkrankt ist, steht vorübergehend wieder ein Mann namens Raab einer Regierung vor, auch wenn er nicht den Titel Premier führt. Dominic Raab ist nicht nur der erste jüdische Regierungschef in Großbritannien seit 1880, er hat auch immer seine böhmischen Wurzeln und die Tatsache, dass er als Nachfahre von Flüchtlingen in England Karriere machen konnte, betont.  
09.04.2020
Dominic Raabs Großeltern, Josef und Hilde Raab, haben eine typische österreichisch-ungarische Familie gegründet. Während Josef aus Budapest stammte, war Hilde eine geborene Karlsbaderin. Die beiden heirateten nach Ende des Ersten Weltkrieges und lebten in der Ersten Tschechoslowakischen Republik. 1934 kam Sohn Peter Raab in Pilsen zur Welt. Nur vier Jahre danach musste die jüdische Familie vor den einmarschierenden Nazis flüchten. Viele ihrer Verwandten, denen die Flucht nicht gelang, kamen im Holocaust um. Die Familie gelangte nach England, konnte aber kaum die Landessprache. Dennoch gelang es Peter, die High School abzuschließen, und einen in der Nachkriegszeit gut dotierten Managerjob bei der Kette Marks & Spencer zu bekommen.

Dominic Raab kam 1974 zur Welt. Er musste bereits im Alter von 12 Jahren miterleben, wie sein Vater an Krebs starb. Diese Zeit bezeichnete er stets als die schwierigste in seinem Leben, die er vor allem mit Hilfe des Karate-Trainings (schwarzer Gürtel 3. Dan) überstanden hat. 
Roman Prymula 
Bild: Facebook/Dominic Raab
"Sport hat mir geholfen, das Selbstvertrauen wieder zu gewinnen, hat mir später im Leben geholfen", blickt Raab zurück, mit dem Training überwand er auch die nächste Krise in seinem Leben, den Selbstmord seiner Mutter. Während seiner Studienzeit in Oxford war er Mitglied des berühmten Boxclubs und leitete den Karate-Club der Universität. Er studierte Jura und legte danach eine Diplomatenlaufbahn ein.

2010 wurden die Tories auf den "harten Kämpfer" aufmerksam, und er wurde erstmals ins Parlament gewählt. Unter Premierministerin Theresa May wurde er Staatssekretär erst für Justiz, dann für das Wohnungswesen. Nach dem Rücktritt von David Davis stieg es zum Minister für den Austritt aus der Europäischen Union auf. Raab ist ein starker Befürworter des Brexit, so zählt er zum engsten Vertrautenkreis von Premier Boris Johnson, der ihm die Leitung des Außenministeriums anvertraute. Bis zur wiedererlangten Amtsfähigkeit des Premierministers ist nun Raab für die Regierungsgeschäfte Großbritanniens verantwortlich.
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