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Löhne in Tschechien
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Das Nachtasyl, eine Institution der Wiener Subkultur, ist Geschichte. Unmittelbar nachdem der Nachtasyl-Gründer Jiří Chmel aus Altersgründen das Kellerlokal übergeben hatte, erwischte seinen Nachfolger die Covid-Welle. Das Fatale daran ist, dass der jetzige Pächter Dan Lestrade zu einem Zeitpunkt übernommen hat, zu dem er keinen Anspruch auf Fixkostenzuschuss hatte. Ein Spendenaufruf brachte zwar eine ganz hübsche Summe ein, reichte aber nicht aus, um das Kultlokal am Leben zu erhalten.
Die inoffizielle tschechische Botschaft in Wien schließt ihre Pforten
24.02.2021
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Der Klub Nachtasyl war nicht irgendein Kellerlokal, sondern eine Institution mit historischem Hintergrund. Er wurde 1987 von Jiří Chmel gegründet und war die erste Anlaufstation für ausgewiesene oder geflüchtete tschechische Dissidenten. Eröffnet wurde das Nachtasyl mit einem Konzert von Vlastimil Třešňák. Die Lokalität wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem inoffiziellen Zentrum für tschechische Kultur und zur Anlaufstation für Exiltschechen. Es bot Platz für Diskussionen, Ausstellungen, Konzerte und Theaterproduktionen. Prominente, im Exil lebende tschechische Künstler wie Karel Kryl (Liedermacher), Jaroslav Hutka (Komponist), Dáša Vokatá (Sängerin) und Svatopluk Karásek (ev. Pfarrer, Abgeordneter, Rockmusiker) traten bereits 1989 im Nachtasyl auf. Ivan Magor Jirous spielte sein erstes Post-Revolutions-Konzert zusammen mit der Underground-Band Plastic People of the Universe. 

In der Nacht der Samtenen Revolution am 24. November 1989 sendete Radio Freies Europa live aus dem Nachtasyl. Zu den ersten Gästen gehörten Karel Schwarzenberg, sowie Václav Havel, der anlässlich seiner ersten Auslandsreise nach Wien als Präsident der Tschechischen Republik von der Hofburg direkt ins Nachtasyl kam. In den darauffolgenden Jahren wurde der Klub immer mehr Anlaufstation von tschechischen und österreichischen Künstlern und ein fixer Veranstaltungsort des Tschechischen Kulturzentrums. Viele der alten Weggefährten, wenn auch schon im hohen Alter, waren bis vor Kurzem noch im Nachtasyl zu finden. 

Dass das Nachtasyl auch ein Karrieresprungbrett für den einen oder anderen war, beweist die tschechische Musikerin Iva Bittová, die mittlerweile Stammgast an der New Yorker Metropolitan Opera ist. Im Lauf der Jahre sind Publikum und Künstler internationaler geworden. Neben vielen jungen Tschechen zog es Menschen aus aller Welt und aus allen Schichten in den schummrigen Keller. Die "Roots" waren jedoch immer erkennbar. Nicht umsonst wurd Jiřís Nachtasyl von seinen Gästen liebevoll als die berühmteste "Becherovka-Hütt'n" (traditioneller tschechischer Kräuterlikör) der Welt bezeichnet. Das Besondere an dem Lokal waren die Toleranz und die Offenheit des Betreibers, die sich auch auf die Gäste übertrugen. Es war eine Anlaufstelle für Verrückte, Ausgegrenzte, Kulturliebhaber, aber auch für "Erfolgreiche", die einen Ausgleich suchten. Egal, welche Herkunft, welche Vergangenheit, welche Macken die Gäste hatten, im Nachtasyl war das kein Thema. Im Nachtasyl wurde den Gästen vermittelt, wie einfach konfliktloses Zusammenleben eigentlich sein kann.
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